telestrecke 18-270mm

15.05.2012 | 7 comments

Die erste Aufgabe im sog. Tamron Extreme Test besteht nun darin, eine Telestrecke mit dem Objektiv zu machen. Irgendwie soll ein “Aha – toller Zoom”-Effekt entstehen und so habe ich mein Glück am Wochenende versucht. Mindestens ein 18mm und ein 270mm Foto mussten dabei entstehen. Der Bildausschnitt sollte sich, wenn möglich, nicht verändern, aber kleine Anpassungen habe ich dennoch vorgenommen, um kompositorisch nicht so in der Luft zu hängen. Ein Problem, was bei so einer Fotostrecke und relativ windigen Bedingungen auftritt, ist folgendes: Ständig ändern sich die Lichtverhältnisse und somit auch der auszuwählende Weißabgleich. In der Nachbearbeitung sieht man dann den Salat: Jedes Bild sieht irgendwie farblich und von der Belichtung inkl. aller Kontraste völlig anders aus, was natürlich auch aus dem Brennweitenunterschied rührt. Dennoch hat die Aufgabe Spaß gemacht. Ich konnte es mir dennoch nicht verkneifen, beim Weitwinkelfoto einen ND-Filter aufzusetzen. Daher ist die Bildwirkung verglichen zu den anderen vier Fotografien eine völlig andere, und meines Erachtens eine wesentlich bessere. Aber das ist Geschmackssache! Bei größeren Brennweiten wäre interessant gewesen, ob Vignettierung trotz ND-Filter ein Problem gewesen wäre. Allerdings wären mir die meisten Bilder durch die längere Belichtungszeit und der höheren Brennweite vermutlich verwackelt – es war zu windig.


Brennweite: 18mm


Brennweite: 32mm

Der nun mehr zweite Eindruck bleibt positiv. Ich habe hier mit mittlerer Blende (f/9,0) gearbeitet und empfinde die Bilder als ausreichend scharf. Beim 18mm-Bild habe ich dann sogar f/22 genommen und damit gerechnet, durch die Beugungsunschärfe totalen Matsch bei diesem Super-Zoom zu erhalten. Irrtum! Viel besser, als erwartet. Klar, ein wenig hab ich nachgeschärft. Aber glaubt mir, wenn ich sage, dass das nur Routine war und nicht unbedingt nötig gewesen wäre.


Brennweite: 70mm


Brennweite: 185mm


Brennweite: 270mm

Jetzt bin ich auf eure Meinung gespannt. Erlebt ihr hier tatsächlich einen kleinen “Aha-Moment”, wenn ihr bedenkt, dass ein einziges Objektiv für diesen Zoom-Bereich verantwortlich ist und das, offensichtlich, auch noch in guter optischer Qualität?

tamron extreme test

06.05.2012 | leave a comment

Ich bin ein bisschen spät dran. Aber besser spät, als nie. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich aufgrund des Tipps seitens lens-flare.de bei der Ausschreibung von Tamron zum Extreme Test für das 18-270mm f/3.5-6.3 DI II VC PZD teilgenommen. Diese Ausschreibung ist nun schon eine Weile beendet und wie ich vor nicht allzu langer Zeit erfahren habe, wurde ich von über 1000 Teilnehmern ausgewählt, das Objektiv in einem Teilnehmerfeld von insgesamt 50 Personen zu testen. Am Ende des Tests darf ich das Objektiv behalten – einzige Voraussetzung: Innerhalb des Testzeitraums müssen 5 Testaufgaben erfolgreich abgeschlossen werden.

Am späten Freitag Nachmittag hielt ich das Paket dann endlich in der Hand. Eigentlich bin ich nicht der Fan von Super-Zooms (und dieses Objektiv hat den größten Zoomfaktor aller erhältlichen Objektive überhaupt), und dennoch packte ich die Kiste voller Vorfreude aus.

Mein erstes Fazit: Es ist unheimlich kompakt gebaut, fässt sich dabei recht wertig an. Der Fokusmotor ist nicht allzu laut, und zwischen 18-200mm recht treffsicher, wenn auch nicht der schnellste (was aber auch nicht zu erwarten war). Zwischen 200-270mm bei Kunstlicht, also wirklich unangenehmen Bedingungen, kann sich Kamera-Objektiv-Kombination hin und wieder nicht für einen Fokuspunkt entscheiden. Der Bildstabilisator hingegen hat mich sehr positiv überrascht. Unter einfachen Bedingungen hält dieser 270mm bei 1/30s schon mal still, klappt aber nicht immer.

Bilder werde ich erst noch nachreichen, was sich mir aber offenbart hat, ist lediglich das, was auch zu erwarten war. Bei Offenblende ist es etwas weich und bei Fokus nahe unendlich sind auch rosafarbene chromatische Aberrationen gut sichtbar. Diese gehen, sobald abgeblendet wird, aber gut weg. Alles in allem hat mich das Objektiv beim “first touch” nicht überrascht, ich bin aber bislang eher positiv statt negativ vom Tamron angetan!

durchgang in serie

04.05.2012 | leave a comment

Nun fand ich letztes Wochenende die Zeit, meinen Gutschein zur Fototour bei Go4Foto.de einzulösen. Thema: Die Hinterhöfe im Prenzlauer Berg. Wer mich kennt, weiß, dass mich dieses Thema ungeheuer interessiert. Es spiegelt Berlins einzigartigen Charme, den jede Stadt haben mag, auf eine unverwechselbare Art wieder, sodass ich davon nie genug bekommen kann. Es ist ein Lebensgefühl, mehr noch als eine reine Art des Ausdrucks, wenn man die individuelle Natur des Menschen verewigt an Steinmauern, Hinterhöfen und alten Möbelstücken entdeckt.

Zur Fototour selber ein paar Worte zu Beginn. Mit einer kleinen Truppe, bestehend aus fünf Teilnehmern und zwei Workshop-Leitern, machten wir uns gegen 10 Uhr auf den Weg in den ersten Hinterhof an der doch recht bekannten Kastanienallee (u.a. auch Castingallee genannt).  Wir besichtigten viele Höfe ausgiebig und konnten drei Stunden fotografieren, wonach uns beliebte, und wenn die Kreativität einen Aussetzer hatte, so gab es genug bei den anderen Teilnehmern zu spähen.

Bei meiner Tour sind mehrere Serien entstanden, auf die ich innerhalb dieser und der nächsten Woche eingehen möchte. Meine erste Serie behandelt das Thema “Durchgänge”, und gemeint sind damit die Durchgänge von der Straße in die jeweiligen Hinterhöfe. Wichtig sind dabei vor allem Details, Strukturen, Linien, Lichter und Formen. Das sind Dinge, auf die nicht zwangsläufig geachtet wird, sobald die Gegend erkundet wird. Es ist zu beachten, dass das Motiv für sich alleine oftmals keine Begeisterung auslösen wird. Dazu fehlt dem Betrachter die emotionale Bindung. Vielmehr soll es darum gehen, den fotografischen Wert zu annoncieren und ein jedes Bild als Einfang des Zeitgeistes zu betrachten.

Bereits an den ersten drei Bildern ist erkennbar, wie unterschiedlich die Hinterhöfe Berlins sein können. Da haben wir zum einen das verfallene Motiv, welches Vergänglichkeit aufzeigen soll und was für Berlin meiner Ansicht nach sehr typisch ist, den Mix aus alt, dem zerfallenen Mauerwerk, und neu, den noch gut erhaltenen Stromkabeln, darstellt. In Bild zwei dann die Kontroverse: Das Fachwerkhaus inmitten eines Hinterhofes. Paradox wird es zudem, wenn man weiß, dass dieses von einem Holländer, der außerdem einen Carport gegenüber dieses Hauses gebaut hat, bewohnt wird. Der Durchgang wird umringt durch einem gleißenden Lichteinfall, zu diesem sich zwei Geschäftsmänner begeben wollen. Das dritte Bild zeigt dann wiederum, wie schön Schlichtheit sein kann. Wie mächtig Linien und Formen wirken können. Vom Aufbau sowie der Farbgestaltung kommt mir das Wort “Dreifaltigkeit” zuerst in den Sinn.

Und da die Hinterhöfe früher auch industriell betrieben wurden, darf ein Foto mit Arbeitercharme, welches typisch pragmatischen Paradigmen unterliegt, nicht fehlen. Hier dargestellt ist die einfache Linienführung der so notwendigen Beleuchtung – gerade im Winter. Muss das jedem gefallen? Ich denke nicht. Unabstreitbar hingegen ist, wie sich verschiedene Einflüsse bemerkenswert affektieren und daraus einen Schmelztiegel der besonderen Art entstehen lassen.

Beim Anklicken der Bilder werden diese in voller Größe auf einer separaten Seiten angezeigt.

Die nachfolgenden Beiträge umfassen die Gebiete “Fahrräder in Berlin”, “Häuserfassaden”, “Obskuritäten” und ich lass mir bestimmt noch was anderes einfallen. Ich würde würde mich freuen, wenn ihr weiterhin am Ball bleiben würdet!

und plötzlich …

03.05.2012 | leave a comment

.. war es soweit und ich hatte mich überwunden, mein Fahrrad neu zu besatteln. Also indirekt. Mein Sattel macht zwar nicht mehr den besten Eindruck, aber er erfüllt seinen Zweck. Da hat meine Freundin nicht schlecht geschaut, als ich sie leicht mürrisch vor dem Abendessen noch zu einer Radtour am Rhein überreden konnte. Am Ende hat es sich dennoch gelohnt! Ein kleines Eis, ein Blick auf das Schattenspiel der Burg Drachenfels und am Ende noch Enten im Park. Das ist allemal besser als Steine werfen in Neukölln. Wir hatten jedenfalls Spaß, obwohl der skeptische Blick etwas anderes aussagen könnte!

kilianskirche

17.02.2012 | leave a comment

Ein kleiner Nachtrag aus einer längst vergessenen Zeit. Sowas würde ich schreiben, wenn die Zeit längst vergessen wäre. So richtig vergessen werde ich meine Zeit in Baden-Württemberg nicht. Seit ungefähr einem halben Jahr ist diese Zeit vorbei, sozusagen Geschichte. Und trotzdem fand ich noch vier Fotos von meinem letzten Tag in Stuttgart – meinem Umzugstag. Damals entschied ich mich ganz spontan nach Heilbronn zu fahren; man gönnt sich ja sonst nichts.

An diesem sonnigen Tag trieb es mich über Landstraßen und Autobahnen, vorbei an einem Ferrari (oder er vorbei an mir), quasi direkt in die Kilianskirche. Das ich mich kurz verfahren habe, ist vernachlässigbar. So ganz ohne Navi in eine fremde Stadt zu fahren ist in erster Linie nur dann eine gute Idee, wenn man viel Asphalt sehen möchte. Aber sei es drum, war trotzdem schön. Zum Neckar habe ich es leider nicht geschafft; wobei mich die Kleinstadtatmosphäre, die teilweise merkwürdige Gefühle an eine Hafenstadt in mir weckte, beinahe dazu animiert hätte. Eventuell kann ich mir selber verzeihen, da mich an besagtem Tag eine Erkältung plagte.

Aber weil ich mir den Spaß nicht nehmen lassen wollte, Freude am Leben zu empfinden, ging ich in die oben genannte Kirche. Und man mag es unchristlich nennen, aber ich habe in ihr fotografiert. Das mögen einige nicht gerne sehen, aber die Ungläubigen unter euch wissen, wie sehr mich das stört. Die Kirche hat es mir trotzdem sehr angetan. Die Atmosphäre war sehr schön, das Licht diffus und trotzdem klasse. Wer also demnächst in Heilbronn ist, sollte sich dieses sakrale Gebäude nicht entgehen lassen. Aber seht selbst:

maastricht

05.02.2012 | 4 comments

Viele organisatorische Aktivitäten mussten die letzten Wochen erledigt werden, und deshalb entschlossen wir uns, einen Tagesausflug in die Niederlande zu machen. Spontan ging es, in freudiger Erwartung auf einen schönen Tagesausflug, ins Niederländische Maastricht. Welch ein ehrwürdiger Ort, wenn man bedenkt, welchen Einfluss der Vertrag von Maastrich auf die Europäische Union hat. Aber darum sollte es bei diesem Wochenendausflug nicht gehen.

Demnach war die Kamera ein notwendiger Begleiter, wer hätte es auch anders erwartet? Was uns jedenfalls erwartete, war die wunderschöne Altstadt von Maastricht. Da wir sehr früh angekommen waren, begrüßte uns noch ein sehr verschlafenes Nest. Glücklicherweise hatten die Parkhäuser schon auf – hätte ich vor dem Parken schon gemerkt, wie wenige Ladengeschäfte erst geöffnet haben, hätte ich daran ernsthaft gezweifelt.

Und so ging es für fünf Stunden quer durch Maastricht und einmal zurück. Bemerkenswert sind die vielen kleinen Gassen und Straßen, die Mischung zwischen moderner und alter Architektur gepaart mit den Überbleibseln der Stadtmauer und –türme, viele sakrale Gebäude und natürlich die Integration der Maas. Flüsse in Städten halte ich allgemein für eine schöne Sache. Sie geben Hobbyfotografen die Möglichkeit, Reflexionen als stilistische Mittel einzusetzen. Jedoch war dieses Mal nicht daran zu denken, da es zum einen anfangs sehr nebelig war und zum anderen zu verschneit und gefroren. Abgesehen davon hatte ich nicht mal ein Stativ bei mir, welches ich ärgerlicherweise zu Hause vergessen hatte.

Die Nachbearbeitung der Bilder erfolgte nur durch Lightroom. Ich habe hier eine leichte Variante des Cross Processing angewandt, um wichtige Elemente hervorzuheben. Noch dazu erfolgte häufig eine lokale Veränderung von Belichtung und Kontrasten.